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NACHHALTIGE CHEMIE DONAUCAMPUS STRAUBING 2015

STÄDTEBAU

Das zu beplanende Grundstück befindet sich im Überschwemmungsgebiet der Donau. Form und Größe des Baukörpers heben sich deutlich von der umgebenden Wohnbebauung ab und zeigen die Maßstäbe eines öffentlichen Baus. An der Uferstraße liegt der niedrigere Teil des Baukörpers, der die Höhen der umliegenden Gebäude aufgreift. Die weiter hinten im Grundstück liegenden Gebäudeteile entwickeln sich, aufgrund des abfallenden Geländes, in die Höhe. Der Haupteingang korrespondiert mit der Mündung der Petersgasse in die Uferstraße und bindet das Gebäude fußläufig unmittelbar an die Straßenebene und seitlich an die Parkebene an. Dieser Zugang funktioniert auch im Hochwasserfall. Der Kraftfahrzeugverkehr erreicht das Gelände über einen Durchbruch weiter im Osten. Erweiterungen können in der gleichen Gebäude- und Erschließungsstruktur auf dem östlichen Teil des Grundstücks stattfinden.

 

GEBÄUDESTRUKTUR

Das statische System bildet ein Stahlbetonskelett mit aussteifenden Kernen. Der Massivbau ermöglicht zum einen die wirtschaftliche Erstellung einer haltbaren, soliden Gebäudestruktur, zum anderen liefert er die nötigen Massen im Gebäudeinneren zur Speicherung von Wärme und Kälte, bietet die Möglichkeit zur aktivierung von Bauteilen und stellt zudem einen wirksamen Schallschutz her. Die Fassade besteht aus hoch wärmegedämmten Holzbauelementen, die in der Werkhalle vorgefertigt werden können. Dies bedeutet neben der enormen Zeitersparnis auf der Baustelle auch eine höhere Fertigungspräzision, sowie die Möglichkeit des großflächigen Einsatzes nachwachsender Rohstoffe, die im Idealfall aus der Region kommen. Die vorgehängte, hinterlüftete Fassade aus unbehandelten Massivholzbrettern stellt nach Außen hin ein sichtbares Zeichen der Konstruktionsweise der Fassadenelemente dar. Das Holz wird ausschließlich konstruktiv geschützt und bedarf somit keinerlei chemischen Holzschutzes. Unzählige, teils historische Beispiele zeugen von der Haltbarkeit und Dauerhaftigkeit des Werkstoffs Holz als Fassadenmaterial, sowie der damit verbundenen Ästhetik, die im Reifeprozess einer bewitterten Holzfassade liegen. Ein natürliches Vergrauen, die Patina, lässt das Gebäude zum ortsspezifischen, umliegenden Naturraum Bezug aufnehmen und ist ausdrücklich erwünscht.

 

AUSLOBER

Freistaat Bayern vertreten durch das
Staatliche Bauamt Passau

 

WETTBEWERBSART

Nicht offener Realisierungswettbewerb

 

AUFGABE

Bauwerksplanung für den Neubau

eines Lehr- und Forschungsgebäudes

D- 94315 Straubing

Nutzfläche ca. 4.000 m²

 

MITARBEIT

Laura Untertrifaller

 
IMPRESSUM